Diese Mondfinsternis wurde in den Medien groß angekündigt. Meteoblue versprach bewölkten Himmel. Ich machte mir keine großen Hoffnungen, die Mondfinsternis sehen zu können. Doch gegen Abend sah es zumindest hier nicht gar so schlecht aus. Das Sat-Bild zeigte, dass gerade das Nordost Eck von Österreich weitgehend klar war.
Somit war Eile angesagt. Ich trachtete die Sachen schnell in den Kofferraum zu bekommen, und rauf auf die Anhöhe im Osten Mistelbachs. Der Platz beim Container oben war schon gut besucht, eine Menge Autos, somit eine Menge Leute, die alle die Mondfinsternis schauen wollten. In der Tat, als ich ankam, war der verfinsterte Mond relativ tief am Osthimmel zu sehen, sehr dunkel. Ich kann nicht sagen, war die Finsternis so dunkel oder waren es Wolken, die den Mond so verdunkelten.
Es war kühl und windig. Während ich aufbaute, kamen noch weitere Autos an, andere fuhren bereits wieder weg. Ich hatte keine Zeit genau darauf zu achten, beim Aufbau muss man schon sehr konzentriert vorgehen. Mit hatte ich den 102 mm f/11 ED Refraktor, als Montierung natürlich die iOptron ieq45, und das Baader Hartholzstativ. Ich war gerade zur rechten Zeit gekommen, der Polarstern war schon sichtbar. Somit konnte ich auch gleich das Stativ ordentlich hin stellen und nivellieren.
Als ich dann den ersten Blick durch den Refraktor machte, fand ich keine Sterne. Ich konnte nicht fokussieren. Ein Blick zum Himmel, ah, da oben gibt es auch Wolken, sagen wir so, der ganze Himmel war auf einmal irgendwie Wolken durchsetzt.
Beim Stern Alignment dann an Altair im Sternbild Adler, dort war der Himmel klar, konnte ich endlich auch den Refraktor scharf stellen. Dann weiter zum Mond. Ich hatte das 27 mm Panoptic am MaxBright Zenitspiegel dran, etwa 40-fache Vergrößerung. Die Finsternis war in der Tat sehr dunkel, speziell der tiefer im Kernschatten der Erde befindliche Teil des Mondes zeigte keine Details.
Ich kramte nun meine Kamera heraus, die Olympus E-PL1. Ich wollte den Mond afokal durch das Okular fotografieren. Allein, der Mond war so dunkel, dass der Autofocus nichts ausrichten konnte. Ich probierte immer wieder, und auf einmal merkte ich, dass bereits der Rand des Mondes heller wird. Nun konnte ich die Kamera doch fokussieren. Ein paar mal drückte ich ab, man kann das Bild ja auch verwackeln. Zumindest eines der Fotos erwies sich als brauchbar.

7. September 2025, 20:57 MESZ, nach Ende der Totalität
Olympus E-PL1, 1/3 Sekunde bei f/3.5, ISO 1000
afokal, 27 mm Panoptic, 102 mm f/11 ED Refraktor
Das obige Bild zeigt, dass der noch tiefer im Kernschatten befindliche Teil des Mondes sehr dunkel war. Es deckt sich so mit dem visuellen Eindruck durch das Okular. Der helle Teil des Mondes wuchs rasch, und schon beleuchtete der Mond auch wieder die Szenerie. Die totale Phase der Finsternis war vorbei, und auch die Autos wurden weniger und weniger.
Bis ich fertig abgebaut hatte, war niemand mehr da. Ich nahm noch Canis Maior an die Leine, wir gingen ein Stück, und dann rollte ich gemütlich nach Hause. Es muss ja nicht jeder Astro-Einsatz lang sein. Ich hatte gesehen, was es zu sehen gab.
Howdii