iOptron CEM60 - ultimativer Last Test

Nachtrag zum Testbericht 

Die "Z" Mounts oder auch "Center-Balanced" Mounts von iOptron - dieses Konzept lässt mich doch ein bisschen rätseln, was es mit der Lastangabe auf sich hat, wie weit man diese ausreizen kann. Mit meinem MN86, 1.6 Meter langer "Pfeife" ( 8" f/6 Maksutov-Newton), bin ich ja schon einmal Richung Eingemachtes gegangen. Nun, am 18. Jänner 2019  ist mir der Zufall zu Hilfe gekommen, für einen ultimativen Test dieser Art: Ein Celestron C14 stand zum Test an. Also was?

Hier das Celestron C14 auf der iOptron CEM60

Obiges Bild zeigt das C14 im Testaufbau auf der CEM60. Die CEM60 sitzt wie üblich auf dem Berlebach Planet Stativ. Wir haben das Stativ einmal so hoch ausgefahren, wie wir es vom C11 gewohnt sind. Es war für Zenitbeobachtungen doch ein wenig zu niedrig, also man konnte noch - etwas verkrümmt sitzend - ins Okular blicken. Die Taukappe ist behelfsmäßig, aus Isomatte mit Klebeband zusammengedengelt. Auch die Tubusisolierung ist ein Provisorium für den Test. An der Gegengewichtsstange der CEM60 hängen 30 kg. Das C14 wird beim Lieferanten mit 20.5 kg angegeben. Meine Waage weist etwas mehr als 23 kg aus. Wir sind schon davon ausgegangen, dass dieser "Topf" doch erheblich schwerer als 20 kg sein muss, sonst hätte ich nicht noch ein zusätzliches Gegengewicht heranziehen müssen. Jedenfalls, mit Sucher, externem Fokussierer, Zenitspiegel, Okular, Taukappe, sind wir wohl recht nahe an dem Zuladungslimit dran gewesen. 26 kg verspricht iOptron. 

Man balanciert ja wie gewohnt, also vollkommen egal, ob ein Vierzöller drauf sitzt oder eben ein C14. Die Motoren setzten dieses Trumm von Teleskop leise summend in Bewegung, als wenn nichts wäre. Beeindruckend. Bei der Beobachtung merkt man jedoch, dass man sich am Limit befindet. Es ist gerade noch tolerierbar. Mit dem externen Fokusserer und dessen Feintrieb kann man noch fokussieren, ohne das Teleskop in große Schwingungen zu versetzen. Und am Okular sollte man auch nicht mit dem Auge anstoßen. Dann geht's schon. Wie ich mal bei den Tests bin, musste auch mein 6 mm Abbe Okular ran. Wir halten damit bei 650x. Auch das geht noch, beim Fokussieren über den Feintrieb. Wer den Original Fokustrieb etwas unsanft hin und her dreht, kann allerdings das Teleskop hübsch aufschaukeln. Dann dauert es doch etwas, bis die Schwingung wieder abklingt. 

Man kann es drehen und wenden wie man will. Geht noch, visuell. Etwas schlechter als das C11 auf der ieq45 mit dem schwächeren Baader Holzstativ drunter statt dem Berlebach. Wenn man es noch kommod solid haben will, sollte man sich aber doch eher mit maximal 20 kg Last bescheiden. Das C14 ist sowieso nicht mehr leicht allein aufzusatteln, mit einem Trick ginge es wohl. Es liegt in erster Linie an der Anordnung der Tragegriffe. Damit kommt man allein nicht wirklich klar. Somit, wenn man zu zweit mobil ein C14 einsetzen wollte, könnte es auch eine tragkräftigere Montierung sein. Zu zweit bewältigt man das schon. Sagen wir so: Eine iOptron CEM120 schnupft das C14 locker. Das wäre im ganz soliden Bereich der Tragfähigkeit. Die CEM120 ist aber auch doppelt so groß wie die CEM60 und etwas mehr als doppelt so schwer. Für das CEM60 "Hendl" mit 12 kg ist es doch beachtlich, was diese Montierung wegsteckt.

Howdii